Filmnachmittag
Am 10. November 2011 hat der BKVS zu einem Filmnachmittag ins Kino Apollo eingeladen. Gezeigt wurde der Film vom Kabarettisten Lorenz Keiser:
"Länger Leben"
Gemäss ihrer Leibärzte haben der kleptomanische Max Wanner (Mathias Gnädinger) und der griesgrämige Fritz Pollatschenk (Nikolaus Paryla) nur noch höchstens drei Monate zu leben. Max braucht eine neue Leber, Fritz ein neues Herz.
Max Wanner macht sich und andern das Leben schwer. Der Rentner klaut und raucht und trinkt - trotz einer defekten Leber. Eigentlich hat er mit dem Leben abgeschlossen, denn wer spendet einem alten Kerl wie ihm schon ein Organ? Da bietet ihm der Starchirurg Dr. Egon Schöllkopf (Lorenz Keiser) einen Deal an: Er hätte da einen Spender mit einem schwachen Herz aber einer starken Leber. So kommt es zum Vertragsabschluss: Wer zuerst stirbt spendet zuerst – dem anderen.
Der schlaue Wanner macht den Gegenkanditaten ausfindig, der natürlich geheim bleiben soll. Es ist der griegrämige Fritz Pollatschenk, der als Privatdedektiv auf eigene Faust bespitzelt. Die beiden Spender lernen sich kennen und spannen zusammen, als sie hinter die Machenschaften des sauberen Doktors kommen, denn der macht Geschäfte mit Mafiosi und lässt sich Organe beschaffen. Aber immer steht die Frage im Raum: Wer überlebt wen?
Um das Dreigestirn Max, Fritz und Egon gruppieren sich weitere Gestalten. Schwester Jasmin die sich für Tibet einsetzt, der depressive Luigi, Wanners potenzielle Schwiegertochter Sabine, die woanders landet als vorgesehen, die Operndiva Irina Reskova, und nicht zuletzt eine kochende, aber auch sonst aktive Rentnergang mit dem Motto: „Aktivität ist das beste Rezept gegen Passivität.“
Lorenz Keisers bissige Komödie wird vor allem von den beiden „Organträgern“ getragen. Gnädinger, das Schweizer Urgestein, gibt sich wuchtig und grimmig – Paryla, der Zürcher mit Wiener Schmäh, Agebärdet sich pfiffig und grantelnd. Obwohl es um ein ernstes Thema geht, gibt es einiges zu schmunzeln. Dabei teilt Keiser träfe gesellschaftliche Seitenhiebe aus: Mal wird das gehobene Opernpublikum aufs Korn genommen, mal Klischee-Mafiosi und bitterernster Organhandel, schräge Senioren oder das liebe Leid um die Liebe. Eine amüsante schwarze Komödie mit viel Herz und Augenzwinkern.
Beatrix Käser, Verbandsmitglied





