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Mobilität bis ins hohe Alter ist gefragt

Aus einem Referat von Frau Prof. Pasqualina Perrig-Chiello

Die neue Generation von Rentnern, die in der Zeit des Baby-Booms geboren ist, wird die Mobilität entscheidend beeinflussen. Nun gilt es, die Infrastrukturen den Bedürfnissen anzupassen. Aus einem Intevierw sind hier die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

  • Die Mobilität der Rentner ist in ihrem Leben entscheidend. Nebst Gesundheit und Finanzen tritt die Mobilität an die dritte Stelle ihrer Wichtigkeiten.
  • Neue, kommende Rentner haben ein ganz anderes Mobilitätsverständnis als ihre Vorfahren. Sie sind gesünder, gebildeter und lassen sich nicht einfach in die stille Ecke drängen. Sie steigen in ihr Auto oder gehen zu Fuss. Angst haben sie vor Gedränge im Zug, vor zu schnell schliessenden Türen im ÖV und vor komplizierten Billetautomaten.
  • Die Babyboomer wollen selber entscheiden, wann sie was machen wollen und lassen sich nicht entsprechende Vorschriften machen.
  • Sie sind schon vom Beruf her vollwertige Akteure und wollen es auch bleiben. Es liegt an der Gesellschaft, sich zu ändern und sich den neuen Bedürfnissen anzupassen, z.B. bei den Arbeitszeiten, Vermeiden von Menschenmassen in den Spitzenzeiten.
  • Verkehrssicherheit: Fakt ist, dass die Jungen viel mehr Verkehrsunfälle verursachen als die Alten. Diese sind vorsichtiger, vermeiden schlechtes Wetter und Dunkelheit und meiden zum Teil auch Autobahnen. Auch in der Alkoholfrage sind die Senioren verantwortungsbewusster als junge Lenker.
  • Alter und Medikamente werden oft unterschätzt. Ärzte müssen die Senioren auf Risiken und Gefahren hinweisen.
  • Ältere Lenker sollten sich mit Autos vertraut machen, die über gewisse Fahrhilfen verfügen. Ferner sollte die Transportinfrastruktur verbessert werden, d.h. z.B. längere Grünphasen für Fussgänger, Türen bei Bussen weniger schnell schliessen lassen, komplizierte Billetautomaten für die Älteren technisch anpassen usw.
  • Im Wohnbereich prangert die Referentin besonders unüberlegte Überbauungen an, deren Bewohner den ÖV nur mit Mühe erreichen können. Was wird passieren, wenn ältere Bewohner plötzlich ihren Fahrausweis abgeben müssen?

Perrig- Chiello hat zu diesem Themenkreis ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Die Babylonier- eine Generation revolutioniert das Alter.“
(Mitgeteilt von Hans Domenig)